Handchirurgie - Angeborene Fehlbildungen

Mit den Händen wird die Umgebung regelrecht „begriffen“. Sie dienen als Sinnesorgan, Ermöglichen das Greifen, Tasten und Heranholen von Gegenständen, als auch der Kommunikation (z.B. durch Gestik) und der Ästhetik. Im menschlichen Gehirn ist die Hand im Vergleich zu den meisten anderen Organen überdurchschnittlich stark abgebildet. Das erklärt auch, warum viele in Anlehnung an die Wichtigkeit der Hand vom “zweiten“ menschlichen Gehirn sprechen.

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Der Mensch ist das einzige Lebewesen, welches durch die Fähigkeit der Gegenüberstellung des Daumens zu den Langfingern der Hand die Umgebung ergreifen und halten kann. In keinem anderen Organ sind so viele funktionell wichtige Strukturen (z.B. Sehnen, Knochen, Gelenke, Nerven, Muskeln, Gefäße, Haut) so eng angelegt und funktionell so fein auf einander abgestimmt wie an der Hand. Die uneingeschränkte Integrität und Funktion der Hand ist für unser Leben existentiell.

Angeborene Fehlbildungen an den Händen können eine relevante Einschränkung in der Entwicklung und Reifung des Kindes auch schon in den ersten Lebensjahren bedeuten. Hier ist neben den technisch-fachlichen Voraussetzungen, die notwendig sind um solche Fehlbildungen erfolgreich zu behandeln, auch der Zeitpunkt einer Therapie entscheidend.

Die sehr diffizilen Strukturen einer kindlichen Hand, als auch die Besonderheiten in der Vor- und Nachbehandlung eines Kindes, stellen eine besondere Herausforderung für das gesamte Behandlungsteam dar.

Das Behandlungsteam kann nur im interdisziplinären Rahmen erfolgreich sein. Hier sind neben                  

beteiligt.

Neben den dem Einfluß auf die Entwicklung des Kindes stellt die Fehlbildung auch eine enorrme Belastung und Verunsicherung für die Eltern dar. Daher ist hierbei die Einbeziehung der gesamten Familie in die Behandlung und Beratung essentiell. In diesem Rahmen ist häufig eine genetische Beratung der Familie hilfreich, um die Diagnose zu spezifizieren und das Risiko für weitere Nachkommen abzuschätzen.

Die Wichtigkeit und Komplexität der Hand aber auch die Vielfältigkeit angeborener Fehlbildungen, die auftreten können, spiegeln sich nicht zuletzt auch in der ärztlichen Zusatzbezeichnung der Handchirurgie wieder. Diese stellt eine Spezialausbildung dar.