Extremitätenrekonstruktion

Die uneingeschränkte Integrität und Funktion von Händen, Armen, Füßen und Beinen sind für unser tägliches Leben existentiell. Das Wort Extremitäten steht als Sammelbegriff für diese Teile unseres Körpers. Wir setzen sie unbewusst aber auch bewußt ständig ein. 

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Mit den Händen wird die Umgebung regelrecht „begriffen“. Sie dienen als Sinnesorgan, Ermöglichen das Greifen, Tasten und Heranholen von Gegenständen als auch der Kommunikation (z.B. durch Gestik) und der Ästhetik. Im menschlichen Gehirn ist die Hand im Vergleich zu den meisten anderen Organen überdurchschnittlich stark abgebildet. Das erklärt auch warum viele in Anlehnung an die Wichtigkeit der Hand von dem “zweiten“ menschlichen Gehirn sprechen. Der Mensch ist das einzige Lebewesen, welches durch die Fähigkeit der Gegenüberstellung des Daumens zu den Langfingern der Hand die Umgebung ergeifen und halten kann. In keinem anderen Organ sind so viele funktionell wichtigen Strukturen (z.B. Sehnen, Knochen, Gelenke, Nerven, Muskeln, Gefäße, Haut) so eng angelegt und funktionieren so fein auf einander abgestimmt, wie an der Hand. Die Wichtigkeit und Komplexität der Hand in ihrem anatomischen Aufbau, aber auch die Vielfältigkeit an Erkrankungen, die durch Verletzungen, Abnutzung oder anderen Ursachen auftreten können, spiegeln sich nicht zuletzt auch in der ärztlichen Zusatzbezeichnung der Handchirurgie wieder. Diese stellt eine zusätzliche Spezialausbildung dar.

Die Hand könnte nicht Ihre Funktion und Ihre Wirkung entfalten ohne die perfekt darauf abgestimmte Funktionsweise des Armes. Erst hierdurch wurde unser Aktionsradius beachtenswert.  Nur wenn der Arm uneingeschränkt funktioniert, kann auch die Hand sich funktionell voll entfalten.

Das aufrechte Stehen und Gehen setzt die umfassende Funktion der Beine und Füße voraus. Diese sind Garanten der Mobilität und Leistungsfähigkeit des modernen Menschen und in manchen Kulturkreisen auch ein wesentliches Symbol für Schönheit. Die o.g. Dichte an Strukturen an der Hand als auch ihre feine Abstimmung zur Funktion gilt in ähnlichem Maße auch für das Bein und den Fuß.

Unser modernes, dynamisches und leistungsorientiertes heutiges Leben ist neben anderem nur durch die Existenz und die uneingeschränkte Funktion der Extremitäten möglich. Daher können Einschränkungen oder gar Verluste dieser durch Verletzungen und Erkrankungen dramatische Konsequenzen für die Betroffenen haben.

Ziel der Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen oder gar Amputationen an den Extremitäten ist es, eine Heilung in möglichst kurzer Zeit und möglichst ohne Funktionseinschränkung mit zusätzlich ästhetisch ansprechendem Ergebnis zu erreichen. Die Betroffenen sollten zeitnah, sowohl in den Berufsalltag als auch ihr soziales Umfeld zurückkehren.

Diese anspruchsvollen Ziele sind häufig in der Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen (z.B. Unfallchirurgie/Orthopädie) als auch Berufsgruppen (z.B. Physiotherapie, Ergotherapie) zu erreichen.

Gerade nach Verletzungen kommen diverse rekonstruktiv-chirurgische Techniken (z.B. freier Gewebetransfer, Knochenersatz, Mikrochirurgie, motorische Ersatzplastiken, Nerventransfer, Nerventransplantation, funktionelle Muskel- und Sehnenumlagerungen etc.) zum Einsatz.

Diese stellen Kernelemente der Plastischen und rekonstruktiven Chirurgie als auch der Handchirurgie dar. Eine Vielzahl an wissenschaftlichen Fachbeiträgen und der regelmäßige fachlich-wissenschaftliche Austausch in Fachzeitschriften und Kongressen sorgen für eine ständige Weiterentwicklung unserer Expertise.